FAQs zur Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordung (SpaEfV)

Unternehmen, die eine Entlastung von Strom- und Energiesteuer in Anspruch nehmen möchten, müssen die Anforderungen der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) erfüllen.

Lloyd's Register hat hier die häufigsten Fragen zur SpaEfV zusammengestellt und beantwortet. 

Kann auf eine Begutachtung vor Ort verzichtet werden?

Seit September 2015 sind bei der Testierung von alternativen Systemen gem. SpaEfV für KMU Verfahrenserleichterungen vorgesehen. Demnach kann die Prüfung der Voraussetzungen für die Testierung durch

  • eine jährliche dokumentenbasierte Prüfung sowie
  • eine lediglich zweijährliche Vor-Ort-Prüfung (erstmals ab dem Antragsjahr 2015) erfolgen.

Praktisch ist für KMU bei Nutzung alternativer Systeme nur noch alle 2 Jahre ein Vor-Ort Audit erforderlich, dazwischen erfolgen Offsite-Prüfungen der aktualisierten Unterlagen (z.B. aktualisierter Energiebericht, aktualisierte Tabellen 1-3 und Entscheidung der Geschäftsführung). Bei Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001 betreiben, welches mehrere Standorte umfasst (Multi-Site-System), kann auch ein Stichprobenverfahren bei der Überprüfung zur Anwendung kommen.

Inwiefern werden einzelne Standorte des Unternehmens in die Ermittlung des Energieverbrauchs einbezogen?

Die Anforderungen an den Ausbau der Systeme zur Steigerung der Energieeffizienz sind seit 2014 durch die erforderliche Ermittlung der Energieverbraucher deutlich anspruchsvoller als im vergangenen Antragsjahr. Sämtliche eingesetzten Energieträger – auf Basis der einzelnen Verbraucher - müssen in das Energieeffizienzsystem der Unternehmen einbezogen werden, selbst wenn der Standort nicht von der Erstattung gemäß SpaEfV betroffen ist.

Aus den Unterlagen muss eindeutig der Bezug zu den einzelnen Standorten erkennbar sein, d.h. eine Summation der Verbräuche je Energieträger ist nicht statthaft.

Kann ein Unternehmen Energieverbrauchsdaten, die es für eine Antragstellung bereits genutzt hat, im Folgejahr erneut nutzen?

Die Daten eines 12-Monats-Zeitraums für die Nachweisführung dürfen nur jeweils für ein Antragsjahr zugrunde gelegt werden. Sofern es sich nicht um ein Unternehmen mit mehreren Standorten handelt, bei dem eine Vor-Ort-Begutachtung nur stichprobenmäßig erfolgt, durfte 2014 ausnahmsweise eine Doppelverwertung der Daten erfolgen (bis max. Hälfte des 12-Monats-Zeitraums). Es muss gewährleistet sein, dass die Daten frühestens 12 Monate vor Beginn des Antragsjahres vorgelegen haben. Ab 2015 müssen Unternehmen immer den gleichen Zeitraum wählen.

Welche Fristen sind bei der Antragstellung zu beachten?

Alle Prüfungen durch den Zertifizierer müssen bis zum 31. Dezember des betreffenden abgeschlossen sein. Es ist nicht mehr möglich, Prüftätigkeiten ins nächste Jahr zu verschieben.

Wer stellt den Nachweis aus, wenn ein Unternehmen oder verschiedene Unternehmensbereiche von unterschiedlichen Zertifizierungsstellen zertifiziert sind?

Gemäß § 4 Abs. 4 und dem Verweis auf § 55 des Energiesteuergesetzes und § 10 des Stromsteuergesetzes müssen Nachweise von einem zugelassenen Umweltgutachter oder einer Konformitätsbewertungsstelle, die von der nationalen Akkreditierungsstelle für die Zertifizierung von Energiemanagementsystemen nach der DIN EN 50001 akkreditiert ist, betätigt werden. Lloyd's Register ist eine zugelassene Zertifizierungsstelle und befugt, akkreditierte ISO 50001-Zertifikate auszustellen sowie die Konformität alternativer Systeme zu bestätigen.

Sie haben weitere Fragen zur SpaEfV, die hier nicht aufgeführt sind? Bitte wenden Sie sich an Herrn Dr. Thomas Souquet, Email Thomas.Souquet@LRQA.com.