Revision der ISO-Standards: Wettbewerbsvorteil oder alles wie gehabt?

Alex Briggs, LRQA Senior Marketing Communications Manager und Editor von businessassurance.com beschreibt, warum die neuen Normversionen der ISO 9001 und ISO 14001 zertifizierten Unternehmen wichtige Entscheidungen abverlangen. 

Die Revisionen der Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001 und der Umweltmanagement-Norm ISO 14001 gehen bald in die nächste Runde. Die neuen Versionen werden Unternehmen vor eine Entscheidung stellen. Sie können entweder weiterhin die ISO-Normen als Mittel zum Zweck betrachten, oder sie können die Normänderungen als Katalysator für Änderungen ihrer Organisation anwenden. Dementsprechend haben sie die Möglichkeit, ihr strategisches Management fundamental umzustellen: mit Hilfe eines integrierten, robusten und von unabhängiger Stelle zertifizierten Managementsystems. 

Um die ISO 9001 und ISO 14001 als strategische Werkzeuge verwenden zu können, weisen die Normen zwei wesentliche Neuerungen auf: erstens, die Einbeziehung einer ausdrücklichen Verknüpfung zwischen der Strategie eines Unternehmens und seinem Qualitäts- bzw. Umweltmanagementsystems, und zweitens, die Anforderung der Norm an ein nachweisbares Risikomanagement. Beide Neuerungen werden durch eine weitergehende Verpflichtung der obersten Leitung unterstützt. Selbstverständlich werden Unternehmen Zeit und Ressourcen einsetzen müssen, um ihre bestehenden Managementsysteme auf den neuen Stand zu bringen. Allein hierdurch kann man davon ausgehen, dass der Übergang auf die neuen Versionen der ISO 9001 und 14001 mindestens bis 2018 andauern wird. Hier liegt für die Unternehmen die Chance für einen Wettbewerbsvorteil. 

Diejenigen Unternehmen, die führend bei der Einführung der neuen ISO 9001 und ISO 14001 sind, werden nicht erst die offizielle Veröffentlichung der neuen Normversionen abwarten. Sie werden den Übergang bereits in der zweiten Hälfte 2014 vorbereiten, angefangen mit der Schulung ihrer internen Auditorenteams und der Mitarbeiter, die mit dem Managementsystem arbeiten. Diese Unternehmen werden als nächstes eine Gap-Analyse durchführen lassen, sobald der Standardentwurf (DIS) bzw. der endgültige Standardentwurf (FDIS) veröffentlicht wurde. Das könnte noch in diesem Jahr der Fall sein. Es ist von Bedeutung, dass die Entscheidung über die frühestmögliche Einführung neuer Normversionen auf Vorstandsebene von der obersten Leitung gefällt wird. Man erkennt den potentiellen Wert der Einbindung von Systemen und Prozessen in das Risikomanagement für die Strategie und die betrieblichen Abläufe des Unternehmens. 

Sobald Managementsysteme mehr in den strategischen Fokus eines Unternehmens rücken, werden zwangsläufig der Wert und die Bedeutung von verlässlichen und relevanten Auditierungen als wichtiger Bestandteil begriffen, um den größten Nutzen aus diesen Systemen zu ziehen. Was bedeutet das nun im Klartext? Ein höherer Auditierungsaufwand und mehr Unternehmen, die das Audit nicht erfolgreich abschließen und daher kein ISO 9001-Zertifikat erhalten? Wir glauben nicht, dass es dazu kommt. 

Wir gehen davon aus, dass dem erhöhten Umstellungsaufwand größere Effizienzen gegenüberstehen. Ein relevantes Managementsystem zeigt Verbesserungspotenziale auf, kann das Risikomanagement fördern und dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess mehr Bedeutung geben. Die Einsparung, die sich allein in diesen drei Bereichen erzielen lassen, werden die zusätzlichen Ressourcen für Auditierungen und Mitarbeiterschulungen bei weitem übersteigen. 

Wir gehen auch davon aus, dass sich die Anzahl der ausgestellten Zertifikate nicht verringern wird. Am Anfang des Umstellungsprozesses, wenn Unternehmen ihrem Managementsystem eine strategischere Ausrichtung geben, werden vermutlich mehr Abweichungen festgestellt. Doch die Abarbeitung dieser Abweichungen wird zu einem stärkeren, effektiveren und effizienteren Managementsystem führen. Letztendlich wird das „Papier an der Wand“ lediglich ein kleiner Bestandteil des umfangreichen Nutzens sein, den ein unabhängig zertifiziertes Managementsystem den Stakeholdern eines Unternehmens liefert. 

Zu diesem Zeitpunkt, wo die Veröffentlichung mehrerer Standards näherrückt, stehen Unternehmen am Scheideweg. Steve Williams, LRQA Deputy Technical Director, fasst die anstehende Aufgabe wie folgt zusammen: „Unternehmen werden Entscheidungen in Bezug auf ihr Managementsystem treffen, die tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit, ihr erfolgreiches Risikomanagement, das Erfüllen der Erwartungen von interessierten Parteien und letztendlich auf einen nachhaltigen Betrieb haben. Wir bei LRQA denken, die Entscheidung ist einleuchtend.“

Dies ist eine gekürzte Fassung des Originalartikels. Lesen Sie den vollständigen Artikel in Englisch auf der Website des LRQA Centre.