Neue IFS Logistics Standard Version 2.1 ab September 2014

Die IFS Logistics Version 2.1 ist ab dem 01.09.2014 verpflichtend anzuwenden. Ab diesem Datum werden keine Audits nach der IFS Logistics Version 2.0 mehr möglich sein.

In März 2014 hat IFS den IFS Logistics Standard Version 2.1 veröffentlicht. Der Standard wurde aktualisiert um die GFSI-Anforderungen zu erfüllen, steht jedoch in Kontinuität mit der Vorgängerversion. Die risikobasierte Herangehensweise wird konsequent weitergeführt.

Die neue IFS Logistics Version 2.1 enthält u.a. folgende Neuerungen:

  • Aktualisierung des Standards, in Übereinstimmung mit der neuen Version des GFSI Guidance Document sowie dem Benchmark Prozess für „storage and distribution“ Standards
  • Schaffung der Möglichkeit einer Gruppenzertifizierung
  • Ergänzung des Standards aufgrund aktueller Marktentwicklungen, damit der IFS Logistics auch bei Transportanbieter, Dienstleistungslogistik und Transportvermittlung anwendbar sind.
  • Einbezug von Gefrierungs- und Auftau-Dienstleistungen
  • Schaffung von Zulassungsvoraussetzungen für reine IFS Logistics-Auditoren

Der IFS Logistics 2.1 ist sowohl für Lebensmittel als auch Non-Food Produkte anwendbar. Abgedeckt sind alle logistischen Aktivitäten wie Be- und Entladung, Lagerung sowie der Transport.

In der neuen Version 2.1 wurden die Non-Food-Kategorien neu definiert und präzisiert, u.a. welche Non-food Produktgruppen vom Anwendungsbereich des IFS Logistics 2.1 ausgeschlossen sind (z.B. Bodenschätze – verschiedene Aggregatzustände, explosive Substanzen / Munition, etc. oder Abfallstoffe / Müll.) 

Da die Dauer eines Audits Einfluss auf die Qualität und damit auf die Verlässlichkeit der Aussagen des Reports hat, wurden in der Version 2.1 verbindliche Vorgaben zur Berechnung der Auditzeiten eingeführt.

Zukünftig gelten folgende Mindestauditzeiten:

  • Erstaudit Logistics min. 1 Tag (Zeitansatz: 8 Stunden)
  • Folgeaudit min. 0,5 Tage (ohne Unterschreitung) (Zeitansatz: 4 Stunden)
  • Nachbereitung und Auditbericht ca. 0,5 Tage

Jedoch liegt es in der Verantwortung der jeweiligen Zertifizierungsstelle, je nach Größe des Betriebes und Komplexität der Prozesse längere Auditzeiten festzulegen.

Die IFS Logistics Zertifizierung kann durch eine Einzel- oder Gruppenzertifizierung durchgeführt werden. Für die Vielzahl von Logistikunternehmen führt die neue IFS Logistics Version 2.1 den neuen „Multi-site“-Ansatz ein.

Weitere Änderungen zum besseren Verständnis wurden  im Anforderungskatalog (Part 2) vorgenommen bzw. einige Kriterien in eigene Kapitel umgruppiert, insbesondere Kriterien zu Prozessaktivitäten „Qualitätskontrollen (z.B. Wareneingangsprüfungen)“, „Reinigung von Paletten und Transportboxen“, „(Schock-)Gefrieren (als Dienstleistung) sowie Auftauen (als Dienstleistung).

Die Einbeziehung von Gefrieren / Auftauen als Service hatte zur Folge, dass im Risikomanagement / Produktsicherheit (2.3) zusätzliche Anforderungen aufgenommen und ein eigenes Kapitel „Spezielle Anforderungen an Gefrier- und Auftauprozesse“ (4.1.7) geschaffen wurde.

Neu aufgenommen wurden Kriterien zur Verwendung von Wasser, Eis und Druckluft zum Kühlen. Hierzu wurde das Kapitel „Klimatisierung / Kühlung / Wasser / Eis und Druckluft“ (4.1.6) erweitert.

Die Kapitel „Rückverfolgbarkeit“ (4.1.4) Wareneingang und Lagerhaltung“ (4.2.4) wurden nochmals präzisiert.

Die Kriterien zur „Kundenorientierung“(1.3), „Rückruf und Rücknahme“(5.6) sowie „Krisen- und Notfallmanagement“(5.7) erhielten nun ein eigenes Kapitel.
Die KO Anforderungen sind in der Version 2.1 gegenüber der IFS Logistics 2.0 unverändert geblieben.

  • Die IFS Logistics Version 2.1 steht auf ab sofort auf der IFS Website zum kostenfreien Download zur Verfügung.
  • LRQA führt Zertifizierungen nach dem IFS Logistics Standard durch, weitere Informationen hier auf unserer Website.